Beitrags-Archiv für die Kategory 'Verlagswelt'

Dr. Ippen über Heimatbezug der Zeitungen

Freitag, 5. Februar 2010 12:07

Die Preußische Allgemeine Zeitung hat am 03.02.2010 ein Interview mit Dr. Dirk Ippen veröffentlicht, in dem Dr. Ippen über den Journalismus und die Wichtigkeit des Heimatbezug spricht.

Interessant ist, wo er die deutschen Tages- und Wochenzeitungen in fünf bis zehn Jahren sieht:

Dr. Dirk Ippen: Es wird sie geben, aber sie werden nicht mehr ganz die Bedeutung haben wie heute. Sie werden Nischen besetzen mit Inhalten, die in der digitalisierten Welt wertvoll bleiben.

Außerdem eine Aussage mit der er den Nagel auf den Kopf trifft:

Dr. Dirk Ippen: Heimatbezug ist wichtig, aber nicht das einzige Element. Im Grunde sind es zwei Faktoren, mit denen die Zeitungen auf Dauer einen Vorsprung gegenüber Angeboten im Internet wahren können: Wirklich kluge nationale und weltweite Inhalte auf der einen Seite und tiefgründige lokale und regionale Inhalte auf der anderer Seite. Denn beides ist nicht so leicht aus dem Internet abzuleiten und darin abzubilden. Alles dazwischen hat es schwer. Wir leben einerseits in einem digitalen globalen Dorf, in der uns Nachrichten weltweit sofort erreichen, und andererseits in der realen Welt in unserem echten Dorf oder Stadtviertel.

Das komplette Interview gibt es hier

Karsten Schäfer

Thema: Crossmedia, Printmedien, Verlagswelt | Kommentare (1) | Autor: Karsten R. Schäfer

Gehlen über Umgang mit Leser-Kommentaren

Freitag, 29. Januar 2010 10:47

Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter von jetzt.de (Süddeutsche Zeitung) hat auf seinem rein privaten Blog einen interessanten Artikel über den Umgang mit Leser-Kommentaren auf Verlags-Seiten veröffentlicht. Ins Auge genommen hat er Focus-Online, Spiegel-Online, Welt-Online, und die FAZ.

Sein Erfahrungsbericht ist für mich insofern doppelt spannend, da ich die letzten Wochen und Monate (unter anderem) damit zugebracht habe, die Registrierungs- und Kommentarfunktion von wirklich vielen News-Seiten zu analysieren. Die Einführung einer Registrierung für Kommentatoren und die Kommentarfunktion ansich ist aber nur ein Bruchteil der Änderungen, die auf die Verlags-Seiten unserer EXTRA TIP Mediengruppe zukommen.

Und da ein Storyboard nicht von heute auf morgen erstellt werden kann und wirklich viele Aspekte einfließen, wird die Überarbeitung unserer Seiten auch nicht in Kürze fertiggestellt sein, sondern bedarf noch einiger Überlegungen.

Karsten Schäfer

Thema: Digitale Medien, Social Media, Verlagswelt, Web 2.0 | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Zeitungen und Crossmedia

Freitag, 15. Januar 2010 12:56

Crossmedia – Herausforderung oder schon Tagesgeschäft für Zeitungsverlage und Werbekunden auf lokaler Ebene? Wie kann die klassische Printanzeige mit ergänzenden Maßnahmen eine noch größere Wirkung erzielen? Diese Frage steht auf der Agenda nicht nur der nationalen, sondern auch der regionalen und lokalen Werbungtreibenden. Aber was ist möglich auf lokaler Ebene, welche Angebote halten die Zeitungsverlage für ihre Kunden bereit?

Die ZMG – Zeitungs Marketing Gesellschaft – wollte es genau wissen und hat im April/Mai 2009 sowie nochmals im September/Oktober 2009 250 deutsche Verlage befragt. 80 Prozent haben detailliert geantwortet und ermöglichen damit einen guten Überblick über den Stand der lokalen Crossmedia-Angebote. Befragt wurden die Verlage zu Beilagen-Detailbelegungen, Prospektbeilagen im Internet, Resthaushaltsabdeckung, Anzeigenblättern und Print-Online-Kombinationen.

Weitere Infos gibt es hier und die komplette Studie der ZMG gibt es hier.

Karsten Schäfer

Thema: Crossmedia, Printmedien, Studien, Verlagswelt | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Aktuelles oder Archiv-Artikel?

Montag, 14. Dezember 2009 16:06

Verlage und ihre Google-News-Strategie: Wer setzt auf Aktuelles und wer auf Archiv-Artikel?

SEO-Experte Eric Kubitz vom Suchmaschinen-Optimierer CONTENTmanufaktur hat heute wieder die Suchmaschinen-Strategien der großen Nachrichten-Sites für turi2 analysiert – und stellt fest: Trotz scharfer Beschwerden schließt noch kein Großverlag Google von seinen News-Seiten systematisch aus.

Dabei stellt er die Entwicklung von Focus Online, Welt Online, Spiegel Online und Zeit Online im Google-News-Index gegen die Entwicklung im Info-Index – also in den “normalen” Suchergebnissen, die erscheinen, wenn einfach ein Suchbegriff in den Google-Suchschlitz eingegeben wird.

die Ergebnisse seiner Analyse sind äußert interessant…

Den kompletten Artikel gibt es hier

Frohes Schaffen,

Karsten Schäfer

Thema: Digitale Medien, Studien, Verlagswelt | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Netzeitung wird Nachrichtenportal

Sonntag, 6. Dezember 2009 21:09

Heute kam die Ankündigung des Netzeitungs-Eigners M. DuMont Schauberg, das Nachrichtenportal netzeitung.de in seiner bisherigen Form zum Jahreswechsel 2009/10 aufzugeben.

Aus wirtschaftlichen Gründen wird das bisherige Konzept einer Internetzeitung mit eigener Redaktion zum 31. Dezember 2009 aufgegeben. Aus diesem Grund wird sämtlichen Mitarbeitern in Kürze betriebsbedingt gekündigt werden. Bestehende vertragliche Verpflichtungen der Internetzeitung werden noch im 1. Quartal 2010 erfüllt. Es wird geplant, zukünftig die Netzeitung als automatisiertes Nachrichtenportal zu nutzen. Die NZ-Teletextaktivitäten sind davon unberührt und sollen in Zukunft eine stärkere Rolle in der Gruppe spielen.

Wir bedauern die für die Mitarbeiter mit der Entscheidung verbundenen Härten. In der derzeitigen Form ist die Internetzeitung wirtschaftlich aber nicht zu betreiben.

Ist das der aktuelle Trend?

Karsten Schäfer

Thema: Digitale Medien, Verlagswelt | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Ippen und der Internet-Riese

Dienstag, 13. Oktober 2009 16:01

Auf Tagesspiegel.de hat Dominik Bardow heute einen Artikel über Dirk Ippen, die Ippen-Gruppe und Ippens Meinung zu Google und zu Printmedien sowie deren Online-Formate veröffentlicht.

Dirk Ippen lässt jeden Tag über eine Million Zeitungen drucken – doch er redet nicht gerne mit den Medien. Der Herr über die fünftgrößte Zeitungsgruppe Deutschlands sagt, er wolle nicht den Eindruck vermitteln, er äußere sich zu allem und jedem. Doch der 68-jährige Verleger hat der Medienbranche durchaus einiges zu sagen: „Don’t bet against Google“, warnt Ippen zum Beispiel. „Ich würde nicht gegen Google kämpfen.“ Die deutschen Verlage fordern derzeit von dem US-Unternehmen, an den Werbeeinnahmen des Nachrichtenüberblicks „Google News“ beteiligt zu werden. „Das ist schön, aber ich fürchte, das bleibt Wunschdenken“, sagt Dirk Ippen

Und hier gibt es den kompletten Artikel

Unsere ET-Mediengruppe gehört übrigens auch zu Ippen…

Karsten Schäfer

Thema: Anzeigenzeitung, Digitale Medien, Social Media, Tageszeitung, Verlagswelt, Web 2.0 | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Lokaljournalismus gegen Mannheimer Morgenpost

Freitag, 9. Oktober 2009 19:59

Über eine Million Seitenzugriffe vom 07. Mai bis 20. September 2009 auf dem Heddesheimblog trieben mich heute dazu, dem Gründer, Betreiber und Journalisten Hardy Prothmann die für mich wichtige Frage zum Erlösmodell des Blog zu stellen. Heraus kam ein langes Telefonat, nicht nur zu Einnahmen, sondern auch zum Erfolgskonzept des Blog.

Der Journalist, der unter anderem für Focus, Der Spiegel, die FAZ, Financial Times, Süddeutsche Zeitung, Berliner Morgenpost und viele andere recherchiert und geschrieben hat, hat den Heddesheimblog Anfang Mai ins Leben gerufen als bekannt wurde, dass sich ein großes Logistikunternehmen in Heddesheim ansiedeln will. Um nicht auf Informationen von Bürgerinitiativen und der Lokalpresse angewiesen zu sein, hat Prothmann angefangen selber zu recherchieren.

Mittlerweile sind mehr als 700 Artikel mit über 1.400 Kommentaren auf Heddesheimblog veröffentlicht worden. Und nicht nur zum Logistikunternehmen, sondern auch zur allgemeinen Lokalberichterstattung aus dem 11.000 Einwohner umfassenden Ort. Das er mit Lokalberichterstattung auf dem richtigen Weg ist, zeigte ihm nach zwei Tagen „artikelfreier Zeit“ eines Montag Morgens mehrere Anrufe mit der Frage, wann denn neue Nachrichten erscheinen würden.

Es ist ihm wichtig, dass sich die Einwohner mit seinen Inhalten identifizieren können. Das Blog bietet sozusagen eine Dokumentation des Alltags und unter anderem damit will er seine Leser „von der Straße“ abholen und zum Meinungsaustausch anregen. Der Meinungsaustausch wird mittlerweile aber nicht mehr nur durch ihn angeregt, sondern auch durch Gastautoren, die ihre als Gastartikel gekennzeichneten Meinung darstellen können. Und Gastartikel in Blogs fallen unter den großen Überbegriff des „Mittendrin statt nur dabei WEB 2.0“, also mittenrein in den aktuellen Trend.

Auf Evangelisch.de (wie kommen die eigentlich auf Heddesheim?) war übrigens auch ein interessanter Artikel zum Heddesheimblog zu lesen:

Für den Erfolg seines Blogs ist die Pfennig-Diskussion wohl mitverantwortlich, glaubt Blogforscher Jan Schmidt vom Hamburger Hans-Bredow-Institut. Ein „brennendes Thema, wenig journalistische Versorgung im Ort – hier konnte ein Blog eine Lücke füllen“, sagt Schmidt. „Und das Medium passt gut, denn es kostet kaum Geld für den Journalisten, ist leicht zu bedienen und passt wegen der Kommentarfunktion sehr gut zu einem Debattenthema.“ Das ein Blog in die Rolle einer Lokalzeitung schlüpft, ist aber eher ungewöhnlich. „Ich kenne kein anderes Beispiel in Deutschland“, sagt Schmidt.

Ach ja, bleibt die Frage nach dem Erlösmodell des Heddesheimblog. Die Struktur der Einnahmen sind mir nach dem Gespräch bekannt und die Werbeerlöse weit höher, als manche Webseite von Zeitungsverlagen, die ihr Geld mit Print verdienen. Nur Affiliats und Adsense-Werbung, das soll nicht kommen. Dafür aber irgendwann ein neuer Mitarbeiter, ein Mediaberater (nein, liebe Verlagsleitung, nicht ich!), der dann den Vertrieb übernimmt. Allerdings erst, nachdem die Preisfindung für Werbung auf dem Blog geklärt ist.

Im Grunde kämpft er also wie alle im Internet publizierenden Verleger und Autoren mit der Frage nach dem Erlösmodell für Journalismus.

Und wie schon im Artikel Gewinnschwellen von sozialen Netzwerken beschrieben sagte auch Prothmann: „Erst Inhalte, dann Vermarktung.“

Aber eins ist klar: Werbung darf (und muss) Inhalte finanzieren. Werbung darf Inhalte aber nicht beeinflussen.

Viel Erfolg,

Karsten Schäfer

Übrigens sind es mittlerweile mehr als 1.500.000 Seitenzugriffe.

Thema: Digitale Medien, Social Media, Verlagswelt, Web 2.0 | Kommentare (4) | Autor: Karsten R. Schäfer

Focus Online arbeitet profitabel

Donnerstag, 24. September 2009 7:23

Wie vor kurzem auf horizont.net zu lesen war, soll der “Focus” mit seinem Online-Angebot inzwischen jährlich einen “zweistelligen Millionenbetrag” umsetzen, der ca. 50 – 60 Leute ernährt. Das sagte Chefredakteur Jochen Wegner von Focus Online auf dem Kommunikationskongress in Berlin.

Außerdem sei das Unternehmen profitabel, was nur bei drei von 600 journalistischen Websites in Deutschland der Fall sei. Die Frage nach einem originären Geschäftsmodell ließ Wegner offen.

Es funktioniert also doch, dass Verlage im Internet mehr als nur ein paar lausige Pennies verdienen. Ich sollte ihn mir also die Tage mal an der Tankstelle abgreifen und fragen wie er das hinbekommt. Wer sonst noch Ideen hat, wie wir das in die Wege leiten können, bitte bei mir melden!

Ein “einstelliger Millionenbetrag” würde mir für unseren Verlag anfangs auch schon reichen, Allerdings steht bis dahin noch einiges an Arbeit bei Inhalt, Layout, Nutzungsmöglichkeiten und Reichweite an. Nun gut, für den Anfang reichen mir auch 100.000 Umsatzerlöse auf den Verlagsseiten. Aber dann bitte auf jeder einzelnen unserer 7 Verlagsseiten.

Ich werde heute also mal wieder einen “Denk-Tag” einlegen. Vielleicht bleibt ja der ein oder andere gute Gedanken hängen…

Karsten Schäfer

Thema: Digitale Medien, Verlagswelt, Web 2.0 | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Verdrängung der klassischen Papierzeitung unaufhaltsam?

Sonntag, 20. September 2009 13:08

Auf manager-magazin.de war im März 2009 zu lesen, dass eine amerikanische Studie belegt, dass amerikanische Zeitungen mittlerweile vom Internet überrollt werden. Amerikanische Zeitungen rutschen in die roten Zahlen, werden eingestellt oder verkauft. Weiterhin prognostizierten Wissenschaftler, dass das Jahr 2009 eines der schlimmsten Jahre für die Zeitungsverlage überhaupt werden könnte. Und nicht nur die Anzeigenflaute macht den Verlagshäusern zu schaffen, sondern auch die Leser. Die wandern nämlich immer häufiger ins Internet ab. Einschließlich mir.

Allerdings ist die Situation nicht auf die USA beschränkt. Auch in Deutschland kämpfen die Zeitungen seit Jahren gegen sinkende Auflagen und Erlöse aus Anzeigeneinnahmen. Und der Versuch der Verlage, die Verlust auf ihren Verlagsseiten im Internet aufzufangen, hat bisher auch noch nicht gefruchtet. Die Verlage haben immer noch keine guten Konzepte und es mangelt einfach an Ideen. Es gibt aber nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Internetanbieter und in erster Linie natürlich Google profitieren von der Nachrichtenvielfalt im Internet.

Ebenfalls mit der Zukunft der Tageszeitungen befasst sich eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Diese kommt (wie viele anderen auch – und mittlerweile dürfte es wirklich jeder wissen) zu dem Schluss, dass die klassichen Zeitungen auf Papier wirklich irgendwann durch das Internet verdrängt werden könnten. Und die Studie untermauert ihre Aussagen durch Analysen, Diagramme und auch den Blick beispielsweise zur IVW, die die Reichweite der Zeitungen, Zeitschriften und Online-Auftritte ermittelt. „Eine ähnliche solide Finanzierungsbasis, wie sie durch Werbung und Vertrieb lange Zeit für Druckerzeugnisse gültig war, ist im Internet (noch) nicht in Sicht”, so die Kernaussage der Studie der Friedich-Ebert-Stiftung.

Und genau mit dem Thema der Finanzierung von Online-Angeboten im Verlagswesen werde ich mich zukünftig mehr und ausführlicher beschäftigen. Dann allerdings nicht mehr als Mediaberater, sondern als Internet-Publisher für die gesamte ET-Mediengruppe im Bereich Digitale Medien und Online-Entwicklung.

Übrigens muss ich zugeben, dass auch ich mittlerweile überwiegend im Internet lese. Hauptsächlich Blogs, Nachrichtenseiten und immer auf der Suche nach Studien und Lesematerial über all die Themen die hier in meinen “Blog-Kategorien” stehen. Interessantes Lesematerial oder Links nehme ich auch gerne als Empfehlung entgegen. Immer her damit!

Also dann mal auf in ein neues Arbeitsfeld.

Karsten Schäfer

Thema: Digitale Medien, Printmedien, Studien, Verlagswelt | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer

Jeder fünfte Werbeverweigerer liest Anzeigenzeitungen

Dienstag, 8. September 2009 7:34

Jeder fünfte Werbeverweigerer liest Anzeigenblätter - Quelle: BDZU

Der Bundesverband der Zustellungsunternehmen (BDZU) hat in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am 24. Juni 2009 eine Studie zum Thema “Direktmarketing im Vergleich, Werbewirkungsstudie, Vergleich der Werbeformen Prospekte mittels Direktzustellung, Kostenlose Anzeigenblätter und Sonntagszeitungen mit eingelegten Prospekten, Prospekte eingeschweißt in Folie, Einkauf Aktuell” veröffentlicht. Befragt wurden 1.626 Personen ab 16 Jahren.

Die Studie sagt aus, dass sich nur 9,2 Prozent der Studienteilnehmer nur den Werbeheften in Anzeigen- und Sonntagszeitungen widmen. Weitere 41,4 Prozent gaben an, sowohl in dem redaktionellen Teil als auch in den Prospekten zu blättern.

Ein wichtiger Aspekt der Analyse ist die Zustellung, da die Zustellungsqualität ein entscheidender Faktor für den Wirkungsgrad von Direktwerbung ist, und die letzte Meile der Zustellung nicht unterschätzen werden darf. Die Werbeblätter landen nämlich zu oft am Gartenzaun oder im Treppenhaus. Dies gilt insbesondere für Anzeigenblätter und Beilagen in Sonntagszeitungen. Unter den Werbeaffinen erhalten 74,6 Prozent diese Hefte, unter den Werbeverweigerern lediglich 46,9 Prozent. Im Briefkasten der Werbemuffel landen von den zugestellten Anzeigenblättern dann nur 33,2 Prozent, obwohl diese als einzige in das Postfach dieser Zielgruppe wandern dürften.

Die schlechte Zustellungsquote von Anzeigenblättern führt dazu, dass dieses Direktmedium auch in der Gesamtbilanz, dem Wirkungsgrad, der sich aus Nutzung der Prospekte und der Zustellung ergibt, mit 37,7 Prozent am schlechtesten performt. “Da hilft auch der Zusatznutzen in Form von Fernsehprogrammen oder anderem redaktionellen Content nicht”, zieht der BDZU-Vorstand sein Fazit.

Prospekte im Briefkasten kommen am besten an - Quelle: BDZU

Für mich ist aber wichtig zu wissen, dass jeder fünfte Werbeverweigerer trotzdem Anzeigenblätter liest. Außerdem, dass 11,4 Prozent der Werbeverweigerer (mit Anti-Werbung-Aufkleber am Briefkasten) trotzdem die Prospekte in der Anzeigenzeitung lesen. Diese Werbeverweigerer würden mit “Prospekte in der Direktzustellung” nicht erreicht werden.

Und was mich auch immer wieder erschreckt, ist die -trotz Kontrolle durch Vertriebsdirektoren- manchmal miserable Verteilqualität in manchen Verteilgebieten. Manchmal erfahre ich im Außendienst von Mitarbeitern meiner Kunden, dass unsere Zeitungen in bestimmten Gebieten bei Regen, Schnee oder Hitze manchmal fehlerhaft ausgetragen wird. Natürlich kann bei über 70.000 verteilten Exemplaren am Sonntag mal der ein oder andere Austräger krank sein, aber für die wirklich auf die Zeitung wartenden Leser ist eine fehlende Zeitung ärgerlich. Und die treuen Leser erkennt man dann daran, dass sie Montags anrufen, wenn die Zeitung mal nicht wie gewohnt um 11, sondern erst um 15 Uhr im Kasten liegt.

Der Austräger in meinem Wohngebiet hat mir bzw. dem gesamten Gebiet letztens übrigens zusätzlich zur Zeitung einen Zettel in den Briefkasten geworfen: “Da ich nächsten Samstag meinen 18. Geburtstag feiere, möchte ich schon jetzt darauf hinweisen, dass der nächste Kreisanzeiger am Sonntag erst Abends im Briefkasten liegt”. Diesem Austräger hab ich dann sogar ein Dosenbier mit Glückwunschkarte vor den Briefkasten gestellt…

Karsten Schäfer

Thema: Anzeigenzeitung, Studien, Verlagswelt | Kommentare (0) | Autor: Karsten R. Schäfer