Gewinnschwellen von sozialen Netzwerken

Holger Schmidt hat gestern auf FAZ.net geschrieben, dass Facebook laut Aussage von Marc Andreessen (Mitglied des Facebook-Aufsichtsrats) im Jahr 2009 mehr als 500 Millionen Dollar umsetzen will. Weiterhin sagte Andreessen, dass auch eine Milliarde Dollar Umsatz möglich gewesen wäre, wenn sich Facebook mehr angestrengt hätte.
Die fehlende Anstrengung lag wohl daran, dass sich Facebook momentan noch auf das Wachstum der angemeldeten Nutzer konzentriert, und nicht auf Umsatzwachstum. So sollen sich immer noch täglich ca. 700.000 Nutzer registrieren. In Deutschland gibt es momentan ca. 6. Millionen Nuter, weltweit ca. 300.000 Millionen.
Im Gegensatz zu Facebook soll der deutsche Marktführer SchülerVZ, MeinVZ und StudiVZ nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Markus Berger-de Léon schon einige Monate mit Gewinn abgeschlossen haben.
Und Googles Videoseite Youtube profitiert neben steigenden Umsätzen auch von sinkenden Kosten für Speicherplatz und Bandbreite. Laut Aussage des Google-Vorstandschef Eric Schmidt verschiebt sich die Nachfrage aktuell von statischen Werbebannern hin zu bewegten Bildern. Kein Wunder bei dem Hintergrund, dass Videowerbung in Deutschland im Jahr 2009 um 264% wachsen soll.
Allerdings wird Youtube auch monatlich von ca. 15 Millionen Deutschen bzw. 330 Millionen Menschen weltweit aufgerufen. Viele Verlage würden sich freuen, nur 1% der monatlichen Besucher zu haben.
Der Vorteil von Twitter ist, dass laut des Marktforschungsunternehmens Interpret ca. 24% der Twitter-Nutzer in ihren Tweets über Produkte oder Unternehmen zwitschern. Eine gute Voraussetzung, um ebenfalls Werbung einzuführen. Allerdings konzentrieren sich die Twitter-Gründer momentan ebenfalls noch auf Wachstum. Früher oder später wird aber wohl ebenfalls Werbung eingeführt. Vielleicht auch kostenpflichtige Premiumdienste.
Das sich die Unternehmen immer häufiger dem Web 2.0 zuwenden, liegt wohl daran, dass sich immer mehr Nutzer immer länger dort aufhalten. Laut Nielsen soll sich die Nutzungszeit der User von WEB 2.0 – Angeboten auf 17% ihrer gesamten Internetzeit verdreifacht haben. Daran ist klar der Wunsch der User nach Kommunikation, Informationsverbreitung und Vernetzung erkennbar.
Und gerade die überdurchschnittliche Nutzung der WEB 2.0 Angebote bringt den Erfolg und zieht damit auch die Werbetreibenden an. So werben in den USA mittlerweile mehr als 80 der 100 größten Unternehmen auf Facebook.
Außerdem wollen drei von vier Werbern ihre Ausgaben in den sozialen Netzwerken erhöhen. Mit großem Abstand nach Netzwerken auf Rang 2 folgen Werbeausgaben in Suchmaschinen und selbst in die klassische Online-Werbung wollen 28% der Werber mehr Geld investieren.
Was lerne ich daraus? Kurzform: Kommunikationsmittel und Möglichkeiten der Selbstdarstellung bereitstellen. WEB 2.0 “in den Verlag einführen”. Und: Erst Wachstum, dann Umsatz aus Werbung.
Karsten Schäfer

Sonntag, 4. Oktober 2009 9:27
Die in dem Beitrag verwendete FAZ-Grafik enthält wertlosen (d.h.: für nichts und niemanden repräsentativen) Datenmüll. Ich habe dies im Detail erläutert und auch auf die virale Ausbreitung und auf Ihren Blog hingewiesen.
Sonntag, 4. Oktober 2009 11:23
Vielen Dank für den Hinweis!
Da ich weder Journalist bin noch mich als solcher ausgebe, sondern nur für mich und meine Arbeit in meinen Augen wichtige Infos hier festhalte, habe ich den Verlauf bzw. die Herkunft der Meldung von Holger Schmidt auf FAZ.net nicht weiter verfolgt sondern ungeprüft für mich hier festgehalten.
Wie schnell man aber auf Falschmeldungen hereinfallen kann, hat in der jüngsten Vergangenheit ja selbst die dpa bewiesen, als ungeprüft Informationen zu dem angeblichem Selbstmordanschlag in Kalifornien verbreitet wurden.
Da mein obiger Artikel mit der von der FAZ erstellten Grafik aber zur Aufklärung von Verläufen zur Verbreitung von “Datenmüll” (in diesem Fall die durch die FAZ umgestaltete und durch mich weiter verbreitete Grafik sowie weitere Inhalte der Meldung) beitragen kann, lasse ich ihn jetzt einfach unverändert stehen.
Außerdem habe ich das Blog “Stadtbote” in meine Rubrik “absolut lesenswert – Quellen” aufgenommen und werde zukünftig bei Ihnen mitlesen.
Und ich finde gut – besser: es beruhigt mich – dass Sie gleich zu Anfang schrieben: “Mir geht´s primär um das Verständnis der Mechanismen, nicht um Vorwürfe an die Beteiligten.”
Danke,
Karsten Schäfer
Montag, 5. Oktober 2009 22:38
Auch Horizont.net hat den “Datenmüll” ungeprüft (oder unabhängig aber identisch recherchiert?) übernommen. Weitere Infos gibt es unter:
http://stadtbote.wordpress.com/2009/10/05/datenmull-wandert-von-der-faz-in-die-fachpresse-weiter/
In diesem Zusammenhang empfehle ich unbedingt das Blog “STADTBOTE” von Uwe Sander.