Hitzige Suche der Atome nach Digitalisierung

Atom

Peter Glaser hat im Feuilleton der Berliner Zeitung über die Zersetzung alter Medienformen durch die Digitalisierung und über die hitzige Suche der Atome nach neuen Synthesen geschrieben.

Dabei hat er Bekanntes und Überlebenswichtiges – nicht nur für Zeitungsverlage - in wirklich gute Worte gefasst…
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Auch die klassische Struktur der Zeitung korrodiert im Netz – und die neuen Strukturen sind noch nicht so recht gefunden. Ähnlich wie in dem tatsächlich vom Untergang bedrohten Quelle-Katalog ruht in einer gedruckten Zeitung die Welt auf dem soliden Fundament einer feststehenden Ordnung – Titelseite, Meldungen über und unter dem Knick, Aktuelles, Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Sport, Vermischtes (im Quelle-Katalog beginnt die Welt bei der Damenoberbekleidung und führt über Kinder- und Herrenklamotten ins Reich der Dinge, um am Ende mit den Elektrogeräten die Welt rund zu machen). Und wie die Musikindustrie das Album zu retten versucht, versuchen auch die Zeitungen im Netz die alte Weltordnung fortzuschreiben.

Und weiter:

Aber mehr und mehr werden auch die einzelnen Texte, Meldungen, Stories zu Tracks. Denn sie werden nicht mehr nur an der Quelle gelesen, sondern zunehmend weitergereicht, verteilt, via Facebook empfohlen, gediggt, reblogged und weiter atomisiert zu Zitaten und Ausschnitten. Dieses Gewimmel beginnt seine neuen Molekülformen gerade erst zu ertasten.

Und wie gerade beschrieben, wird auch Peter Glasers Feuilleton-Artikel gerade durch mich atomisiert, zerlegt und in wenigen Auszügen seiner Einzelteile zitiert.

Dabei stellt sich wieder die Frage: Ist das nun gut, oder nicht? Wo fängt der “Content-Klau” an, wie weit dürfen Zitate verarbeitet werden, ab wann ist Zitieren ein pures Abschreiben? Ist nicht jeder geschriebene und veröffentlichte Satz schon öfter in derselben oder einer ähnlichen Form veröffentlich worden? Die eine Gruppe möchte ihre Publikationen jeglicher Art am liebsten so schnell und weit als möglich verbreiten, die andere Gruppe beschwert sich über die unerlaubte Verbreitung ihrer Publikationen.

Ärgert sich Peter Glaser jetzt über meine Ausbeutung und Nutzung seines Artikels oder sieht er es positiv als weitere Verbreitung seiner Inhalte? Inhalte, die in der Printausgabe der Berliner Zeitung gezahlt werden müssen, in der Online-Ausgabe allerdings kostenlos zur Verfügung stehen und von mir … hm, “abgeschrieben?” oder “zitiert?” werden!

Und genau da stellt sich doch auch wieder eine Frage: Kaufe ich lieber eine Zeitung, suche ich mit der Maschine oder abonniere ich via RSS?

Für mich als Leser ist eine Mischung aus Kaufen, Suchen und Abonnieren von Vorteil. Aber wie ist die Sichtweise für mich als Mediaberater?

Wie auch immer, der komplette Artikel von Peter Glaser ist einfach lesenswert. Und ich hoffe, er würde sich über die Verbreitung seiner Inhalte freuen. Könnte ja neue Käufer der Zeitung bringen und somit Leser seiner zukünftigen Artikel. Könnte? Ja, wird auf jeden Fall! Weil auch ich werde das nächste mal in Berlin eine Berliner Zeitung kaufen, um Layout, Inhalte und Themen für unseren Verlag zu analysieren. Und natürlich, um eine “echte” Zeitung in der Hand zu halten… weil Zeitung finde ich gut! Ich arbeite ja für eine…

Karsten Schäfer

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Autor: Karsten R. Schäfer
Datum: Mittwoch, 26. August 2009 8:15
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2 Kommentare

  1. 1

    >ich hoffe, er würde sich über die Verbreitung seiner Inhalte freuen

    Tut er.

    Mr. Scott, Energie!
    PG

    http://stuttgarter-zeitung.de/glaserei

  2. 2

    Na, da bin ich aber froh!

    Und vielen Dank für den ersten Kommentar in meinem neuen Blog. Auf dass noch viele weitere folgen…

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